Geschichte des Forsthauses

Vieles ist geheimnisvoll an der Geschichte dieses Forsthauses, auch das genaue Datum seiner Entstehung war nicht aus historischen Dokumenten genau zu bestimmen. Der Zeitpunkt konnte nur
eingegrenzt werden an Hand historischer Karten. Auf dem Urmesstischblatt von 1825 ist es noch nicht, auf der Karte von Hermann Liehr, Forstcandidat und vereideter Geometer von 1848 ist es bereits dargestellt. Doch zum Glück erhielten wir doch noch Hilfe bei der Datierung des Baujahres als beim Umbau des Hauses im Herbst 2006 ein Bündel vorsorglich hinterlegter Zeitungen gefunden wurde: "Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen" vom Freitag, 13.Dezember 1833.

Die besondere Schönheit des Schlossparks Rheinsberg und die Einbeziehung des Forstes Boberow in dieses Ensemble verdanken wir vor allem dem unermüdlichen Wirken des Prinzen Heinrich, der fast 50 Jahre, von 1753 bis 1802, das Schloß Rheinsberg bewohnte. Der Prinz liebte diese alten Buchenwälder und um sich zu erholen, praktizierte er das einfache Leben auf dem Lande. Aber nicht wie wir heute bewegte er sich dazu hunderte Kilometer weg von seinem Schloß, nein, er konnte den Ort des einfachen Lebens zu Fuß, per Pferd oder per Kahn erreichen. Der innere Abstand vom Hofleben war wohl wesentlich. Hier, in diesem Forst wo dann im 18. Jahrhundert das Forsthaus Boberow gebaut wurde, ließ Heinrich 7 "Einsiedeleyen" errichten. Leutnant von Hennert berichtet 1778 in seiner "Beschreibung des Lustschlosses und Gartens…zu Rheinsberg…": (Zitat) "Schlängelnde Gänge mit geraden Durchschnitten führen unter den Schatten großer Buchen zu sieben Einsiedeleyen, die außerhalb mit Baumrinde bekleidet sind, inwendig aber verschiedene gemächliche Kammern haben; die Wände derselben sind mit einem glatten und reinlichen Bretterwerk bekleidet, so dass sie öfters im Sommer von den Herrschaften sind bewohnet worden…"

Strategisch günstig gelegen, im Osten der Grienericksee, zum Norden ein dichtes Erlenbruch, und dann einsam weitab im dichten Buchenwald, diese Situation erweckt Begierden einer Behörde, die nicht so gern im Lichte der Öffentlichkeit agiert. Gute Voraussetzungen für konspirative Aktivitäten sind hier gegeben. Und so schließt im Jahre 1978 der Ministerrat der DDR mit dem damaligen staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb einen Pachtvertrag für das Forsthaus ab, und das Ministerium für Staatssicherheit okkupiert das Haus. Ein hoher Zaun wird gezogen, die Rheinsberger spekulieren: ein Ferienobjekt, um "unter sich" zu sein?... ein Warenlager von Schalk-Golodkowski?...ein Ausbildungslager für Agenten?... Als 1989 in den Tagen der Wende die Kommission einer Rheinsberger Bürgerinitiative sich endlich vergewissern will, wird sie erst mal mit fadenscheinigen Argumenten abgewimmelt. Als drei Tage später der Zutritt gewährt wird, stellt sich alles ganz harmlos dar - eben wie ein gut ausgestattetes Ferienobjekt. Aber vorher sollen nachts LKW gerollt sein. Haben sie Indizien abtransportiert und wohin? Als das Forsthaus kurz darauf wieder für seine Bestimmung hergerichtet wird, findet der Elektriker zumindest am Zaun Richtfunkmikrofone, die noch funktionstüchtig sind.